6. Starnberger Musiktage ab 1. April
Am 1. April starten die 6. Starnberger Musiktage mit einer Konzertwoche, in der vor allem Mozart, aber unter anderem auch Werke von Brahms, Händel und Beethoven auf dem Programm stehen. Im Alter von 20 Jahren entstand bei dem Jungmusiker Rudens Turku die Idee, ein kleines aber durchaus feines Musikfestival auf die Beine zu stellen. Der Ausnahmegeiger hatte schon in seiner Jugend an verschiedenen Wettbewerben erfolgreich teilgenommen und sich mittlerweile auf den großen Bühnen der Welt einen ausgezeichneten Ruf erspielt. Der Londoner „Observer“ schrieb im Dezember 2005, das Spiel des mittlerweile 27-jährigen Turku gleiche dem eines „mature master“, also eines reifen Meisters. Auf Grund seiner eigenen Erfahrungen während seiner Ausbildung nahm er sich vor, immer als Förderer junger Talente aktiv zu sein. Sein Vorhaben scheint ihm bis jetzt gelungen zu sein, denn dieses Jahr organisiert er bereits zum sechsten Mal die Starnberger Musiktage. In dieser Zeit entwickelte sich das Festival stetig weiter und mit ihm wuchsen auch die Besucherzahlen. Während im ersten Jahr das Eröffnungskonzert noch vor 15 Zuhörern gespielt wurde, strömten 2005 insgesamt über eintausend Besucher zu dem Ereignis.
Erstmals dauert das Festival zwei Wochen, da die Konzerte von den Unterrichtseinheiten getrennt stattfinden werden. „Der straffe Zeitrahmen der vergangenen Jahre wurde auf Dauer für alle Beteiligten zu angestrengend“, so Turku. Eine weitere, aber durchaus nicht dauerhafte Veränderung, gibt es bei den Veranstaltungsorten. Weil die Starnberger Schloßberghalle zu den gewünschten Terminen schon belegt war, musste ein anderer Ort für das Festival gefunden werden. Ein Teil der Veranstaltungen des diesjährigen Festivals finden in der Munich International School (MIS) im Schloss Buchhof in Percha bei Starnberg statt. Die Schule stellte dem Projekt ihre Räumlichkeiten für den Workshop sowie ihren großen Theatersaal mit 400 Sitzen zu Verfügung. Der ist zur Beruhigung des Organisators weder hässlicher noch schöner als die Schlossberghalle, sondern „in etwa die gleiche Bauart“. Einige Veranstaltungen werden zusätzlich auch im Berger Marstall stattfinden. In Zukunft soll aber alles wieder in Starnberger Räumlichkeiten abgehalten weden, um zu dem Ursprung des Festivals zurückzukehren.
Aus Anlass des Mozartjahres werden im Programm der Konzertwoche vermehrt Werke des Komponisten gespielt. Zu den diesjährigen Künstlern gehören Größen wie die Flötistin Prof. Marianne Henkel, Geiger Daniel Röhn, das europaweit berühmte Kammermusik Ensemble „Rodin-Quartett“, der Cellist Guido Schliefen und natürlich der Veranstalter Rudens Turku selbst. Diese und einige weitere Künstler werden in der ersten Aprilwoche insgesamt fünf Konzerte spielen, wovon drei als Benefizkonzerte (u.a. des Lions Club Starnberg, des Vereins „Children for a better world e.V.“ und von der Organisation „Seestern“) veranstaltet werden.
2006 wird der Unterricht von jungen und begabten Musikern wieder den zentralen Punkt des Festivals darstellen. Auch wenn Rudens Turku jetzt noch nachträgliche Anmeldungen und Empfehlungen ins Haus geflattert kommen, muss er sie in der Regel ablehnen, denn die Kapazitäten sind bereits mehr als ausgereizt. Insgesamt 40 Musiker im Alter von 7 bis 26 Jahren aus ganz Deutschland werden in der Kurswoche von herausragenden Dozenten in Einzelunterricht gefördert und die Stücke für das Abschlusskonzert am 15. April einstudieren. Bei diesem Konzert sind alle Kursteilnehmer dabei, auch wenn nicht jeder ein Solo spielen darf. Aber in dieser einen Woche werden sie eine Fülle von Erfahrungen sammeln können und lernen sich Konzertstücke unter einem gewissen Zeitdruck zu erarbeiten. Denn die Stücke für das Abschlusskonzert werden erst zu Beginn des Kurses bekannt gegeben. Um noch mehr aus den jungen Talenten herauszukitzeln wird dem Besten unter ihnen eine besondere Ehre zuteil: Ein Sonderunterricht in Form einer Meisterstunde am 12. April, bei der alle Beteiligten anwesend sein werden.
Der Duo-Abend von Rudens Turku und Daniel Röhn am 3. April ist bereits ausverkauft, doch für die anderen Konzerte sind noch Restkarten erhältlich. Am ersten April spielt das Symphonieorchester München ABACO und einige namhafte Solisten Werke von S. Mercandante, W.S. Mozart und L.v. Beethoven. Am Dienstag, 4. April, spielen Rudens Turku und Daniel Röhn Mozartwerke aus dessen Opern-Suiten Zauberflöte und Don Giovanni. Am Mittwoch, 5. April, gibt das Rodin-Quartett einen Brahms- und Mozart-Abend, und zwei Tage später, am 7. April, findet das Benefizkonzert des Children for a better world e.V. mit Werken von Haydn, Bach, Merais und Romberg statt. Zum krönenden Abschluss des Festivals werden alle Kursteilnehmer am 15. April beim Abschlusskonzert mitspielen. Das Programm hierfür wird erst zu Beginn des Festivals bekannt gegeben. Fragen hierzu an stamusiktage@hotmail.com Sibylle Bauschinger Samstags-Blatt - 24.03.2006